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Bilder aus dem Schulleben der LVR-Wilhelm-Körber-Schule

LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche)

Etwa 60% unserer Schüler und Schülerinnen zeigen besondere Schwierigkeiten beim Lernen des Lesens und Rechtschreibens. Das Lesen (Lesegenauigkeit, Leseverständnis) und die Rechtschreibfertigkeiten liegen deutlich unter den Leistungen, die Alter, Intelligenz und Bildung des Menschen erwarten lassen. Diese Störungen behindern den schulischen Erfolg und die Aktivitäten des täglichen Lebens (z.B. Zeitung lesen, Fahrplan verstehen, sich bewerben, einen Brief an eine Behörde schreiben, ...).

Das LRS-Förderkonzept an der WKS

Mithilfe der Hamburger Schreibprobe (HSP) ermitteln wir zu Beginn der Klasse 5 und dann am Ende jedes Schuljahres die Rechtschreibleistung unserer Schüler und Schülerinnen. In der HSP müssen diktierte Wörter und Sätze geschrieben werden. Weist der Bereich Graphemtreffer einen Prozentrang gleich oder kleiner 15 auf, kann eine LRS diagnostiziert werden. (Das bedeutet: 85 % der durchschnittlichen Jahrgangsstufe schreiben mehr Buchstaben in Wörtern richtig.) An unserer Schule stellen wir bei durchschnittlich 60% unserer Schüler eine Lese-Rechtschreib-Schwäche fest. Zusätzlich wird die Lesefähigkeit durch Unterrichtsbeobachtungen bewertet.

Wir haben uns dafür entschieden, unsere Schülerinnen und Schüler mit der "Lautgetreuen Lese-Rechtschreibförderung" nach Carola Reuter-Liehr zu fördern. Dieser Lehrgang sichert bei den Schülerinnen besonders die erste Schreibstrategie (Ich schreibe, was ich höre). Wichtiger Bestandteil ist die rhythmische Silbengliederung der Wörter. Wörter werden mit Hilfe von Silbenbögen unter den Wörtern in Silben gelesen. Beim Sprechschwingen werden die Silbenbögen mit dem Arm vor dem Körper gleichzeitig zum Sprechen geschwungen, damit beide Hirnhälften verbunden werden.

Ziel ist es, den stark frustrierten Schülerinnen und Schülern möglichst ausschließlich Erfolgserlebnisse im Bereich Rechtschreibung zu ermöglichen und Strategien zum richtigen Schreiben von Wörtern zu vermitteln. Dies gelingt durch einen strukturierten Aufbau eines rechtschreibsicheren Wortschatzes.

In den Klassen 5 bis 7 haben die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Förderbandes zwei Mal pro Woche eine Schulstunde LRS-Förderung. Aufgrund der großen Anzahl der zu fördernden Schüler können wir hier auch besonders auf die Zusammensetzung der Gruppen nach Leistungsstand achten. Besonders stark betroffene Schüler und Schülerinnen (z. B. Seiteneinsteiger mit nur rudimentären Lesefertigkeiten) erhalten Einzel- bzw. Kleinstgruppenförderung (max. 3 Schüler oder Schülerinnen).

In den Klassen 8 und 9 erfolgt die Therapie in Kleingruppen. Neben der Arbeit im Unterricht müssen Hausaufgaben an mehreren Tagen in der Woche gemacht werden. Hier können Eltern ihre Kinder unterstützen, indem sie auf die regelmäßige Durchführung achten.

Alle Schüler werden auch grundsätzlich unterrichtsimmanent, besonders im Deutschunterricht, jedoch auch in allen anderen Fächern im Lesen gefördert.

Benotung

Die Rechtschreibleistungen werden nicht in die Beurteilung der schriftlichen Arbeiten und Übungen im Fach Deutsch oder in einem anderen Fach mit einbezogen. Die Lehrperson kann eine Ersatzaufgabe stellen, so kann sie z.B. Wörter im Schülertext markieren, die dann nachgeschlagen und verbessert werden müssen.

Der Anteil des Rechtschreibens ist bei der Bildung der Note im Fach Deutsch zurückhaltend zu gewichten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass er völlig außer Acht gelassen werden kann. Eine Bemerkung auf dem Zeugnis muss auf das Zustandekommen der Note hinweisen.

Das LRS-Förderkonzept wurde 2012 auf dem Bundeskongress der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik in Bremen präsentiert (siehe dazu den Artikel in der Rubrik "Kongressimpulse" in der Zeitschrift "Die Sprachheilarbeit - Praxis Sprache", Heft 2/2013, S. 126-127).